Was kostet eine Fehlbesetzung in der IT wirklich?

Recruiting Insights Publiziert am 07/02/2026

Warum eine Fehlbesetzung teuer werden kann

Die Suche nach qualifizierten IT-Fachkräften in der Schweiz ist zeitintensiv. Doch wer aus Zeitnot oder Verzweiflung den falschen Kandidaten oder die falsche Kandidatin einstellt, zahlt am Ende einen hohen Preis. Experten schätzen, dass eine Fehlbesetzung in der IT das 1,5- bis 3-fache eines Jahresgehalts kosten kann. Doch wie setzen sich diese Kosten zusammen? Wir schlüsseln die finanziellen und kulturellen Belastungen auf.

Die direkten Kosten: Das Offensichtliche

Diese Kosten lassen sich meist noch einfach in der Buchhaltung ablesen:

  • Rekrutierungskosten: Kosten für Stellenanzeigen oder Active Sourcing-Tools
  • Gehalt: Das Gehalt, das während der Einarbeitungsphase (Onboarding) gezahlt wurde (ohne volle Produktivität)
  • Lohnnebenkosten: Neben dem Gehalt fallen auch Kosten für die Sozialversicherung, die Pensionskasse oder Spesen an

Die indirekten Kosten: Der Produktivitätsverlust

In der IT-Welt ist dieser Punkt besonders schmerzhaft. IT-Projekte sind häufig komplex und nicht selten zeitkritisch:

  • Onboarding-Aufwand: Erfahrene Seniors binden wertvolle Zeit, um den neuen («falschen») Kollegen einzuarbeiten. Diese Zeit fehlt im operativen Geschäft
  • Verzögerungen: Wenn Meilensteine oder Deadlines nicht erreicht / eingehalten werden, kommt es zu Verzögerungen. Dies bedeutet häufig auch Umsatzeinbussen

Die versteckten Kosten: Team-Moral und Reputation

Die psychologischen Folgen einer Fehlbesetzung werden oft unterschätzt, werden jedoch langfristig häufig unterschätzt:

  • Frustration im Team: Die A-Player müssen die Fehler oder die Minderleistung der Fehlbesetzung kompensieren. Das führt zu Überlastung und im schlimmsten Fall zur Kündigung der Top-Performer
  • Imageverlust: Wenn Projekte stocken oder die Qualität der Dienstleistung oder des Produkts sinkt, leidet das Vertrauen der Kunden in die Zuverlässigkeit des Unternehmens

Die “Faustformel” für die Berechnung

Um ein Gefühl für die Dimension zu bekommen, hilft eine einfache Rechnung:

Kosten = (Rekrutierung + Onboarding + Gehalt + Lohnnebenkosten) * Faktor X

Dabei steht der Faktor X für die Komplexität der Rolle. In der IT-Architektur oder bei Führungspositionen liegt dieser Faktor deutlich höher als bei administrativen Rollen, da die Hebelwirkung der getroffenen (Fehl-)Entscheidungen massiv ist.

Qualität vor Geschwindigkeit: 

Eine Fehlbesetzung ist mehr als nur ein administratives Ärgernis – sie ist ein wirtschaftlicher Rückschlag. Durch einen präzisen Auswahlprozess, tiefgreifende technische Assessments oder durch einen spezialisierten Partner, der den Markt und die Kandidaten wirklich kennt, kann das Risiko vermindert werden.